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Ätzarbeiten |
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Meine Ätzteile stelle ich für die Verfeinerung von
Industriemodellen und zum Bauen von Typen- und Umbauvarianten her.
Bei der folgenden Vorstellung einiger Arbeiten nimmt der Grad der
Schwierigkeit zur Herstellung der Vorlage von oben nach unten zu. |
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Das alte Modell der BLS Ae 4/4 von Trix kann heutigen Ansprüchen
nicht mehr genügen. Da diese Maschine in der Geschichte des Lokomotivbaus
aber einen hohen Stellenwert hat, reizte mich das Modell dieser Lokomotive
in ihrem ursprünglichen Zustand. Neben dem Gehäuse sind vor allem
die Dachpartien ungenügend durchgestaltet. Nach Plänen in der Literatur
habe ich den Rahmen für die Abdeckung der Dachwiderstände gezeichnet
und aus 0.2 mm Messingblech von beiden Seiten durchgeätzt. Die Technik
entspricht der Herstellung einer ganzen Seitenwand einer Lokomotive
oder eines Wagens. Der eigentliche Ätzvorgang wurde in einer Küvette
durchgeführt. |
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Der ganze ursprüngliche Dachaufbau wurde weggefräst und
das entstandene Loch mit 0.5 mm Messingblech wieder geschlossen. Nach
dem Schleifen und Spachteln der Partie wurden die aus Profilen hergestellten
Imitationen der Dachwiderstände aufgeklebt. Der durchgeätzte
fertige Rahmen der Abdeckung wurde dann über einer aus Hartholz
hergestellten positiven Form gebogen. Nach dem Biegen kann er mit
einem feinem Metallgitter hinterlegt und mit Hilfe der beiden mittleren
Isolatoren montiert werden. |
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Die Be 4/4 aus dem Hause SLM/SAAS wurde für die EBT und die
BT hergestellt. Da Liliput die EBT Maschine anbot, baute ich ein Exemplar
in die BT-Version um. Beim Ausfräsen der viel zu kleinen Fenster,
wurden auch die Imitationen der Fensterrahmen zerstört. Diese und
die neuen Loknummern für Seite und Front mussten angefertigt werden.
Die Vorlagen stellte ich noch ohne PC und Scanner mit Abreibebuchstaben,
Feder und Tusche her. Einziges Hilfsmittel war ein Fotokopierer zur
Vervielfältigung der Zeichnungen. Den Ätzvorgang habe ich in einer
ausgedienten Fotoschale durchgeführt. Das Resultat dieser ersten Arbeit
kann man auf dem Foto sehen. |
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Häufig anfallende Arbeiten sind Nummern-, Typen- und Herstellerschilder.
Die Vorlage für eine Am 6/6 wurde im Massstab 10:1 auf dem PC gezeichnet,
ausgedruckt und fotografisch auf die korrekte Grösse verkleinert.
Der Stellenwert der Wahl der richtigen Schriftarten wird oft überschätzt,
denn kleine Differenzen zu den Vorbildschriften sind bei diesen kleinen
Schildchen praktisch nicht erkennbar. Je nach Vorbild werden sie aus
0.2 bis 0.5 mm dicken Messing- oder Neusilberblechen einseitig geätzt. |
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Zum 'Silberhochzeitstag' mit meiner lieben Frau Gret habe ich einen
speziellen Hbis geschaffen. Die Inschrift besteht aus einer 0.2 mm
dicken Aluminiumplatte. Die Grafik ist einseitig eingeätzt. Für diesen
Vorgang bevorzuge ich immer noch die Schalenätzung, da der chemische
Angriff genau beobachtet und unter der Lupe kontrolliert werden muss.
Nach der Weisheit 'Alte Liebe rostet nicht', habe ich diesen Güterwagen
ausnahmsweise weder gealtert noch verrostet! In der gleichen Technik
wurde für einen Manager einer Grossfirma ein Fantasiezug mit 4 Wagen
geschmückt. Die Re 460 erhielt auf Seite und Front Neusilbertafeln
mit dem Firmenlogo, während die Hbis-Wagen mit den Signeten der Hauptprodukte
verziert wurden. |
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Um verschiedene Varianten der E 3/3 "Tigerli" nachbauen
zu können, werden die entsprechenden richtigen Nummernschilder
aus 0.2 mm Messing benötigt. Um das mühsame Ausschneiden
und Feilen der 3.5 mm langen Schildchen zu erleichtern wurden sie
beidseitig in der Schale geätzt. Kurz vor dem Durchätzen
wurde der Vorgang abgebrochen, um ein Auseinanderfallen der Teile
zu verhindern. |
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| Ae 6/6, Re 4/4 und Re 6/6 |
Durchätzen von diversen Kleinteilen für diese Lokomotivtypen zum
Beispiel die Abhebevorrichtung für die Abdeckungen der Dachwiderstände,
die Deckel für die Einfüllstutzen der Sander und die Unterlagen
für Isolatoren. |
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Um den erhabenen, dreidimensionalen Eindruck der Frontwappen zu
erreichen, müssen nicht nur die Wappen, sondern auch die etwas
grösseren Unterlagen auf Neusilberblechen geätzt werden.
Vor allem bei den Ae 6/6 Kantonslokomotiven wird der optische Eindruck
dadurch massiv verbessert. In einem speziell angefertigten Biegewerkzeug
werden die Ätzteile exakt auf die Krümmung der Lokfront
verformt und dann aufeinander geklebt. |
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Diese Schutzgitter über den Führerständen der 'Krokodile'
Be 6/8 und Ce 6/8 bestehen aus dem durchgeätzten Rahmen aus 0.2
mm Messing. Mit einem Zweikomponentenleim werden sie anschliessend
auf das superfeine Gitter geklebt und nach dem Aushärten mit
einem Skalpell ausgeschnitten. Grösste Vorsicht muss man auch
beim Spritzen walten lassen, damit die Durchbrüche des Gitters
nicht mit Farbe ausgefüllt werden.
Notabene: Das ebenfalls fotografierte Geldstück dient nur dem
Grössenvergleich und hat mit dem 'Preis' für diese Winzlinge
überhaupt nichts zu tun... |
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Das Plättchen mit den Wappen von Aarau (Ae 6/6) und Suhr (Re
6/6) ist die schwierigste Arbeit, die ich bis jetzt gemacht habe.
Vor allem der Aarauer Adler hat mich viel Mühe gekostet. Die
Fotovorlage wurde im Massstab 8:1 gezeichnet. Dort ist der Umriss
des Wappens 1 mm, die Konturen der Figuren 0.5 mm dick. Fotografiert
und verkleinert wurde mit der Linhof-Kamera. Nur eine absolut einwandfreie,
dichte Ätzmaske garantiert die Übertragung einer so filigranen
Grafik auf das zu ätzende Neusilberblech. Das Ausmalen der Wappen
geschah dann unter der Stereolupe. Dabei habe ich den Vorteil, durch
Studium und Schule beim Arbeiten unter diesem optischen Gerät
geübt zu sein. Die obere Wappenreihe ist fertig bemalt, die untere
noch in Bearbeitung. |
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Warum nicht auch einmal ein Projekt vorstellen, an dem ich mir
bis heute die Zähne ausgebissen habe? Die über einen Rahmen
gespannten Schutzgitter bei den 'Krokodilen' würde ich gerne
in einem Arbeitsgang herstellen. Die Versuche, diese Teile in H0
zu ätzen, scheiterten regelmässig am gleichmässigen Durchätzen der
feinen Gitterdrähte. Wenn das Gitter in der Mitte perfekt geätzt
ist, sieht man die Strukturen am Rande noch nicht und wenn der Angriff
des Ätzmittels diesen Teil auch herausgelöst hat, befindet sich
in der Mitte durch Unterätzen nur noch ein Loch.
Es wäre schön, wenn ich hier einmal einen Erfolg veröffentlichen
könnte. (Heute ist ein Zurüstteil in der Baugrösse H0
auf dem Markt). |
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Mein ehrgeizigstes Projekt in der näheren Zukunft betrifft
den Bau eines Klappscheiben-Hauptsignales als funktionsfähiges
Modell. Dieser Signaltyp war beim Vorbild wenig verbreitet und das
Sammeln der notwendigen Unterlagen war dementsprechend mühsam
und zeitraubend. Endlich sind die Ätzvorlagen gezeichnet und
die Masken fotografiert. Erstaunlich, dass sich mehrere Modellbaufreunde
für diesen Signaltyp interessierten, bevor ich auch nur den ersten
Strich dazu gezeichnet hatte... |
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